It’s teatime!

Boutique_Baking

Boutique Baking
Peggy Porschen
2013 erschienen in der Edition Fackelträger
antiquarisch erhältlich

#supportyourlocalbookstore

 

Dieses Buch ist ein Traum in altrosa, mintgrün und apricot. Und es enthält alles, was man braucht, um mich tagelang in der Küche einzusperren. Rezepte für Cupcakes, Plätzchen und Torten aller Art, die mir teilweise nur beim Lesen leichten Angstschweiß auf die Stirn jagen und dass, bevor ich bei den Verzierungen überhaupt angekommen bin. Nein, Boutique Baking ist definitiv kein Buch für Backanfänger. Möchte man wirklich alles eins zu eins nachbacken, braucht man Kuchenformen in unzähligen Größen, eine Zutatenliste in Leporelloform (wer hat schon Glucosesirup im Haus?), Modelierwerkzeug (manchmal hat es Vorteile in einer Töpferei aufgewachsen zu sein, da hat man mit so etwas schon mal hantiert – ich erinnere mich da zB an eine Krippe mit einer langnasigen Maria), Formen für Verzierungen und Blattgold.
Da meine Küche nicht gerade durch ihre Größe besticht, müsste ich vermutlich ein Außenlager anbauen. Daher nutze ich dieses wunderschöne Backbuch hauptsächlich als Ideengeber, blättere verzückt darin herum, und überlege, wie ich ähnliche Effekte einfacher erreichen kann.
Peggy Porschen, gebürtige Dürenerin, gilt als Londons Starbäckerin. Sie führt zwei Cafés, eine Back-Academy, tritt in Talkshows auf und beliefert die Events der High Society. Bekannt ist sie u.a. durch die liebevolle Verzierung ihrer Backwaren.
Ich dagegen habe mir Kochen und Backen selbst beigebracht, brauche bis heute für die meisten Sachen Rezepte und habe, wenn es zu kompliziert wird, plötzlich zwei linke Hände (oder eigentlich zwei rechte, ich bin Linkshänder).
Meine Glasuren werden niemals so gleichmäßig, meine Marzipanrosen könnten auch Kartoffeln sein (nein, ganz so schlimm ist es doch nicht) und die Palmen einer Pyramidentorte, die mein Sohn sich einst zum Geburtstag wünschte, litten unter sichtbarem Wassermangel.
Wer also die mir fehlenden Fähig – und Räumlichkeiten besitzt, der wird mit diesem Teatime-Schatz wahrscheinlich selig, uns anderen bleibt das freudige Herumblättern oder ein Besuch in London.

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