Trickster

Gaiman_Anansi-Boys_FIN.indd

Anansi Boys

Neil Gaiman

Aus dem Englischen von Karsten Singelmann

erschienen am 28.09.2018 im Eichborn Verlag

ISBN 978-3-8479-0650-8

bestellen

 

„Anansi Boys“ war mein erster Roman von Neil Gaiman. Und ich habe es ganz und gar nicht bereut, ihn gelesen zu haben. Früher habe ich recht viel von Terry Pratchett gelesen und natürlich auch von Douglas Adams. Mit der Zeit sind sie leider etwas in den Hintergrund gerückt, dabei mag ich den Stil eigentlich sehr. Nicht nur und pausenlos, dann würde ich irre, aber gerne von Zeit zu Zeit. Ich mag es, wie in diesen Romanen mit der Realität gespielt wird, dem Leser die größten Unwahrscheinlichkeiten freundlich lächelnd untergejubelt werden, die unfassbare Kreativität, mit der die Ideen Schlag auf Schlag sprudeln. Und in all dem ist Gaiman definitiv Meister. Es sprudelt, spritzt und sprüht so unermüdlich, dass es mir zwischenzeitlich fast ein wenig zu viel war. Aber andererseits, was ist an zu viel Lachen schon verkehrt?
Die Grundidee dieses Romans ist eine grandiose. Man nehme einen der alten Götter und versetze ihn in die Neuzeit. Und man nehme nicht einen der naheliegenden griechischen oder römischen allbekannten Herren, sondern einen Trickster. Einen Gott, der Schabernack treibt, mal gewinnt, mal verliert, der sich Leben und Moral passend biegt, dabei aber durchaus Charme entfaltet. Anansi, die Spinne, ist in der afrikanischen Mythologie solch ein Trickster. Am bekanntesten ist wohl sein Vetter Coyote, der diesen Job bei den nordamerikanischen Ureinwohnern inne hat.
Dieser Anansi nun hat laut Gaiman einen Sohn, Fat Charlie Nancy mit Namen, einen Langeweiler, wie er im Buche steht. Braver Buchhalter, verlobt, aber enthaltsam und schüchtern wie eine viktorianische Pfarrerstochter.
Erst nach der Beerdigung seines Vaters erfährt er von dessen Götterstatus und mehr noch, von einem unbekannten Bruder namens Spider. Und damit nimmt der Irrwitz seinen Lauf und Fat Charlies Leben eine Kehrtwende.
Der Roman lässt uns einmal um die halbe Welt reisen, wir lernen Tiger und Krähe und diverse andere Götter kennen und zumindest mein Verhältnis zu Spinnen hat sich ein wenig verbessert. Ich habe fast pausenlos gekichert, was mir im November sonst definitiv nie passiert und schon allein dafür bin ich dankbar.“Anansi Boys“ wird also nicht mein letzter Gaiman bleiben, aber die Abstände müssen geschickt gewählt werden, denn an einer Überdosis kann man sich schnell den Magen verderben. Das gilt übrigens auch für Käsekuchen.

Ich danke dem Eichborn Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s