Grillparzer

 

Von Zeit zu Zeit finde ich unter meinen Stapeln von Büchern, die ich im Laufe der Jahre gekauft, geschenkt bekommen oder geerbt habe, kleine Schätze, die ich vorher entweder übersehen oder vergessen habe. Gestern war das wieder einmal der Fall.

Gefunden habe ich zwei Novellen von Grillparzer, gebunden wahrscheinlich irgendwann zwischen 1920 und 1940. Die eine, „Das Kloster bei Sendomir“, ist eine gruselige Geschichte über Verrat und enttäuschte Liebe, die andere, „Der arme Spielmann“, eine traurige Geschichte über Betrug und die Liebe zur Musik.

Beide Novellen waren schnell gelesen, leider, denn ich hätte davon durchaus mehr vertragen können und brachten mich zu der Frage, wer genau war denn nun eigentlich dieser Grillparzer? Den Namen kennt man ja durchaus, den Namen, ja – und dann?

Ich habe ein wenig nachgeforscht, was in diesem Falle nicht wirklich schwer war und darf euch nun also vorstellen:

Franz Seraphicus Grillparzer lebte vom 15.Januar 1791 bis zum 21. Januar 1872 und zwar hauptsächlich in Wien. Er war Sohn eines Rechtsanwalts, studierte selber die Rechte und war dann zeitlebens Beamter.

Den schönen Künsten zugetan, beschäftigte er sich schon früh mit der Schriftstellerei und mit Musik. 1817 wurde seine Tragödie „Die Ahnfrau“ am Theater an der Wien uraufgeführt, 1823 verfasste er für Beethoven ein Opernlibretto. Weitere Bühnenstücke folgten, heute noch bekannt sind u.a. „Das goldene Vlies“, „Der Traum ein Leben“ und „Die Jüdin von Toledo“. Sein Gesamtwerk findet man heute im Suhrkamp Verlag , einzelne Stücke auch bei Reclam . Er gilt als Nationaldichter Österreichs, der, zeitweise in Vergessenheit geraten, heute seinen Platz im Kanon eingenommen hat.

Wer sich eingehender mit Herrn Grillparzer beschäftigen möchte, denn meine Vorstellung ist ja nur ein kleiner Einblick, der muß sich ein wenig bemühen. Als ebook sind diverse Biographien zu finden, gebunden leider nur antiquarisch nach meiner Recherche. Ich lasse mich da aber gerne eines besseren belehren.

Ich bin ja immer glücklich, wenn ich auf solche Entdeckungen stoße, speziell, wenn sie dem Theater so nah sind, daher werde ich in der nächsten Zeit bestimmt noch mehr von Grillparzer lesen. Und das kleine Büchlein oben sicherlich auch nicht wieder verlegen oder vergessen…

 

 

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